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Massacræment: Zine #1 (Review)

Artist:

Massacræment

Massacræment: Zine #1
Album:

Zine #1

Medium: Fanzine
Stil:

Black / Death Metal

Label: Eigenveröffentlichung
Spieldauer: 112 Seiten
Erschienen: 05.05.2023
Website: [Link]

Blut strömt aus der mit Krallen bewehrten Sonne über einer Opferzeremonie an einer antiken Kultstätte, inspiriert von Göbekli Tepe (die in diesem Fanzine eine prägende Rolle spielt). Dávid Glomba hat die von ihm – wahrscheinlich mit Tusche – illustrierte Szenerie koloriert. Farbenfroh wirkt der Einband der Erstausgabe seines MASSACRÆMENT-Fanzines dennoch nicht. Hinter seinem Kunstwerk auf dem Umschlag erwarten die Leserschaft über 100 Seiten, auf denen der Slowake den Cut’n’paste-Stil auf ein Niveau gehoben hat, das zumindest im Underground Maßstäbe setzt.

Obacht ist jedoch geboten bei der Lektüre, denn hier regiert nicht nur zwischen den Zeilen das Feuer für extremen Black- und Death-Metal sowie Artverwandtes, sondern Entfremdungen und darauf fußende Abneigungen werden mitunter vehement zur Sprache gebracht, oder rustikaler formuliert: Im MASSACRÆMENT kotzen sich einige der Befragten und der Schreibenden unverblümt aus. Wer also zum Beispiel Fanboy oder Fangirl von Behemoths Nergal bleiben möchte, sollte den entsprechenden Artikel überblättern, und wer mit den misanthropischen Abgründen der Genres überfordert ist, sollte ohnehin besser die Finger von diesem Fanzine lassen. Nicht jeder möchte schließlich einen nachdenklichen Beitrag über Hate Forest lesen und vielleicht die eigene bisherige Wahrnehmung in Frage stellen.
Bereits nach wenigen Seiten stellt das per Brief geführte und handschriftlich (!) beantwortete Interview mit Skuggeheim die Augen auf eine harte Probe: Der Griff zur Lesebrille oder zur Lupe dürfte nicht nur bei diesem (historischen) Artikel für manchen unumgänglich sein, denn David Glomba hat die Texte im MASSACRÆMENT so dicht gesetzt, dass es der Unzugänglich- bis Widerborstigkeit der Musik auf ästhetisch herausragende Weise entspricht: Hier wird nicht über "easy listening" Metal berichtet, dementsprechend ist die Lektüre kein "easy reading", sondern setzt den Willen voraus, in diese Seiten einzutauchen, die weit mehr zu bieten haben als beim ersten Blick überhaupt nur wahrzunehmen ist. Dávid hat die Artikel seines kleinen Teams auf detaillierte – und für manchen sicher unbehagliche – Weise verziert, und eine (blut)rote Linie mag hier nur erkennen, wer ein Mindestmaß an Gelassenheit gegenüber dem Abgründigen mitbringt. Damit ausgerüstet, werden Leser nicht nur den meist sehr persönlichen Interviews und wilden Konzertberichten etwas abgewinnen, sondern schließlich auch in die Ruinen von Göbekli Tepe eintauchen…
Für die tausend Stunden Arbeit und Hingabe, die hierin stecken, ist der Preis von 15 € ein nahezu freundschaftliches Angebot. In Deutschland ist das MASSACRÆMENT bei diversen Mailordern erhältlich, oder Ihr bestellt direkt bei Dávid Glomba und schreibt diesem besessenen Künstler noch ein paar anerkennende Worte.

FAZIT: Da es sich bei jeder (!) einzelnen der 112 Seiten des MASSACRÆMENT-Fanzines um ein handgefertigtes Kunstwerk handelt, das den Cut’n’paste-Stil als ästhetische Tradition extrem detailliert, grotesk und individuell feiert, darf diese Debütausgabe wohl als Gesamtkunstwerk bezeichnet werden, das aus der Vielfalt der Printpublikationen mit ungezügelter Leidenschaft herausragt. Mit seinem Inhalt stellt das MASSACRÆMENT jegliche "professionellen" Metal-Magazine in einen tiefen Schatten, dessen nähere Erkundung nur jenen Grenzgängern nahegelegt sei, welche die misanthropischen Abgründe im extremen Metal nicht ausblenden möchten. Allen anderen sei zumindest ein kurzer Blick in dieses Druckwerk dennoch empfohlen, denn kein anderes (mir bekanntes) Fanzine interpretiert Cut’n’paste mit solcher Kunstfertigkeit.

Thor Joakimsson (Info) (Review 126x gelesen, veröffentlicht am )

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Wertung: 15 von 15 Punkten [?]
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Tracklist:
  • Interviews:
  • 13th Moon
  • Adaestuo, Apokalyptic Raids
  • Black Death Cult
  • Black Spirit
  • Concrete Winds
  • Dan Vávra
  • Dhomth
  • Headless Dublicated Tapes
  • Inferno
  • Karmazid
  • Lvcifyre
  • Master’s Hammer
  • Metastazis
  • Mycelium
  • Nekromantheon
  • Nacht und Gnosis
  • Rowan E. Cassidy
  • Teitanblood
  • Terratur Possessions
  • Triangulum Ignis
  • Sarcator
  • Skuggeheim
  • Vampire
  • Wallachian Cobwebs

Besetzung:

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